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04.06.2020

Schulranzenprojekt der Stiftung Kinderglück

Die Stiftung Kinderglück realisiert trotz Coronapandemie das Schulranzenprojekt 2020. Am 04. Juni verteilten Ehrenamtliche in der Kinderglück-Halle gegenüber des Dortmunder Flughafens rund 2.100 Tornistersets an insgesamt 175 Antragssteller*innen aus sozialen und städtischen Einrichtungen. Die Coronakrise erschwerte das Kinderglückprojekt 2020 sehr, denn aufgrund des Virus verzeichnete die Stiftung, ähnlich wie andere spendenbasierte Institutionen, einen enormen Spendeneinbruch von insgesamt 25.000 Euro allein für dieses Projekt.  So spendete auch die Dortmunder ProFiliis-Stiftung 20.000 Euro an die Stiftung Kinderglück, um das jährliche Schulranzenprojekt für von Kinderarmut betroffene Erstklässler*innen zu unterstützen. Es handelt sich um die größte Einzelspende, die ProFiliis je an ein Projekt im Raum Dortmund ausschüttete. Durch den Betrag können 333 Kinder erreicht werden, die ohne die Unterstützung der beiden Stiftungen an ihrem ersten Schultag mit einem Jutebeutel oder einer Plastiktüte vor der Schule stünden. Bereits im Februar hatte der Dortmunder Stiftungstag zur Förderung des Projektes aufgerufen. Nun fanden die beiden Dortmunder Stiftungen, dank eines Artikels der Ruhr Nachrichten, der die coronabedingte schlechte Spendensituation des Schulranzenprojektes beleuchtete, statt.

„Wir haben es geschafft. Das Schulranzenprojekt 2020 ist trotz der Pandemie realisiert worden und mir fällt ein Stein vom Herzen. Nach dem Schulranzenprojekt ist immer vor dem Schulranzenprojekt. Das bedeutet, dass wir seit letztem Jahr alles für dieses Jahr vorbereiten. Insgesamt benötigten wir rund 126.000 Euro und enorm viel Energie von unseren Ehrenamtlichen, ohne die dieses Projekt nicht umsetzbar ist. Es bewegt uns alle – das gesamte Team, meine Frau Susanne und mich zutiefst, wie viel Zuspruch wir erhielten, nachdem wir offen darüber sprachen, dass die Spenden aufgrund der Krise einbrachen. Die fehlenden 25.000 Euro kamen durch Einzelspenden, Unternehmensspenden und Unterstützung anderer Vereine und Stiftungen zusammen. Dazu erreichten uns sehr viele ermutigende Anrufe und E-Mails aus allen Himmelsrichtungen. Da werde ich zuweilen sehr emotional und möchte allen meinen tiefempfundenen Dank aussprechen“, so Kinderglück-Gründer Bernd Krispin.

„Ich hatte morgens in den Ruhr Nachrichten davon gelesen, dass es fraglich war, ob in diesem Jahr alle Kinder, für die ein Antrag gestellt worden war, auch tatsächlich einen Schulranzen erhalten würden. Wir haben uns im Team dann ohne langes Überlegen sehr schnell entschieden, Kinderglück bei der Schließung der Finanzierungslücke zu unterstützen. Wir verfolgen die Arbeit von Kinderglück bereits seit längerer Zeit und waren schon immer von der tollen Idee, aber auch dem starken ehrenamtlichen Engagement der vielen Helfer beeindruckt“, so Thomas Schieferstein, Vorstand der ProFiliis-Stiftung.

Als Förderstiftung ist ProFiliis immer auf der Suche nach Projekten, die der eigenen Vision und Mission entsprechen. Aufgrund der Coronapandemie finden diverse geförderte Projekte nicht statt. Dadurch wurden unerwartet Fördermittel für das Jahr 2020 frei. Ein Mehr an Chancengleichheit zu unterstützen und Kinderarmut etwas entgegenzusetzen, entspricht den Werten von ProFiliis. Die Spendensumme von 20.000 Euro sieht die Stiftung im Kinderglück-Schulranzenprojekt sinnvoll investiert. Am 4. Juni werden insgesamt 2.100 Ranzensets an Antragsteller*innen verteilt.

Die Motivation für dieses Großprojekt ist eindeutig: Im Ruhrgebiet ist die Kinderarmut besonders ausgeprägt. In vielen Städten existieren Stadtteile, in denen die Hälfte der Kinder und Jugendlichen in prekären Verhältnissen aufwächst. Wenn der erste Schritt Richtung Bildung ohne einen eigenen Schulranzen beginnt, dann ist gesellschaftliche Ausgrenzung vorprogrammiert.

Die Stiftung Kinderglück versucht mit seinem langjährigen Schulranzenprojekt diesem Aspekt von Kinderarmut entgegenzuwirken. Zu Beginn des Jahres werden alle kooperierenden Einrichtungen darüber informiert, dass sie Ranzenanträge stellen können. Die Einrichtungen prüfen die Bedürftigkeit der Kinder. Diese werden gesammelt und an einem zentralen Verteiltag ausgegeben. Die hochwertigen Tornistersets, die die Stiftung stark vergünstigt erwirbt, werden den Eltern ohne das Beisein der Kinder übergeben, damit die I-Dötzchen nicht wissen, dass es sich um eine Spende handelt.